Sanierung Barockhäuschen Marburg

Sanierungsobjekt ist das ehemalige Torhaus der früheren Reitsporthalle der Universität Marburg. Diese wurde 1731/32 erbaut, zwischen 1876 und 1898 als Tanzsaal genutzt und schließlich zur akademischen Turnhalle umgebaut. 1924 wird hier das IFL, „Institut für Leibesübungen" eingerichtet. Das Torhaus ist nördlich der Turnhalle, direkt an der Barfüßerstraße positioniert. Der Bau ist eingeschossig, mit voll ausgebautem Dachgeschoss und besitzt eine Grundfläche von ca. 145 m2. Das Gebäude ist hell verputzt mit 2,2 m hohen Fenstern, Sandsteingewänden und einem gewalmten Mansardedach mit drei typischen Giebelgauben und fünf weiteren Dachöffnungen unterschiedlicher Form.

Die Dacheindeckung weist umfangreiche Schäden auf. Dies betrifft die Dachränder, einzelne Fehlstellen, Anschlüsse an Gauben sowie den Zustand der Ziegel. Das Holzwerk im Dachboden zeigt vereinzelt Schädlingsbefall. Im Bereich der Mansarde ist in jedem Fall von einer Neueindeckung auszugehen, da die bestehende Deckung nicht zugfest verankert ist, was immer wieder zu Ablösungen führt. Tendenziell ist von einer kompletten Neueindeckung auszugehen. Die Innenbekleidung der Mansarde soll erneuert werden. Die Option des Ausbaus der Deckenfüllungen über den Räumen im Dachgeschoß unter Erhalt der Deckenbalken erscheint aus statischer Sicht sinnvoll, da hierdurch eine erhebliche Entlastung des Tragwerks erfolgen würde, ist jedoch nicht notwendig.

Das Sanierungskonzept geht von folgenden Prämissen aus:

  • Wiederherstellung des ursprünglichen Gebäudekubatur durch Rückbau des  Anbaus,  Freistellen der historischen Stadtmauer, um diese im Stadtraum erlebbar zu machen.

  • Ertüchtigung des Gebäudes für die vorgesehene Nutzung durch Anbau eines  in Form und Positionierung zurückgenommenen Erschließungsbaus.

  • In Teilen Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes  (Gauben, Sockel).

  • Erhalt der Substanz des Gebäudes in ihrem Originalzustand, soweit möglich.

  • Reparatur und Ertüchtigung des Gebäudes an allen schadhaften, oder schadensanfälligen Stellen, so dass ein Fortbestand auf Dauer gesichert wird.

  • Rückbau schädigender Einbauten oder Lasten.

  • Umnutzung zu Arbeitsräumen des Fachbereiches Sportwissenschaften und Motologie.

  • Reduzieren von baulichen Barrieren am und innerhalb des Gebäudes, sofern möglich.

  • Ertüchtigen der Haustechnik des Gebäudes in zukunftsweisender Art.