Sanierung Sporthallendach Gymnasium Philippinum Marburg

Die Arbeiten am fünften Projekt im BildungsBauProgramm (BiBaP) der Universitätsstadt Marburg haben begonnen. Die Stadt steigt der Turnhalle am Gymnasium Philippinum aufs sanierungsbedürftige Dach. Das alte Dach wird abgerissen und durch ein neues ersetzt.

Die Turnhalle wurde 1973 gebaut – mit gut 1000 Quadratmeter Flachdachfläche auf einer Holzkonstruktion mit rund 50 Lichtkuppeln darauf verteilt.

Gut 44 Jahre und diverse Reparaturen später muss das Dach nun von Grund auf saniert werden. Schon seit Jahren dringt immer wieder Wasser ins Gebäudeinnere – durch die flächige Dachabdeckung ebenso wie an den kreisrunden Öffnungen der Oberlichter mit ihren Glaskuppeln.

Ein Standsicherheitsgutachten bestätigte 2016 die mangelnde Dichtigkeit der Dachabdeckung. Dadurch ist die vorhandene Dämmung darunter durchnässt und weißt so ein zusätzliches Gewicht von mehreren Tonnen auf, was das Tragwerk belastet.

Das alte Dach wird zurückgebaut und auf durch ein flach ansteigendes Satteldach mit einem Gefälle von zwei bis drei Prozent ersetzt.

Die beschädigten Oberlichter mit den Glaskuppeln werden ebenfalls zurückgebaut. Von den 50 Lichtkuppeln bleiben lediglich sechs Oberlichter übrig, die als Rauch- und Wärmeabzug zur Verbesserung des Brandschutzes dienen. Das ursprüngliche hölzerne Tragwerk kann gerettet werden und trägt auch das neue Dach.

Das komplette Dach wird in neuen Stärken und mit nicht brennbaren Mineralfasern gedämmt. Als oberste Schicht dichtet eine Spezialfolie das Dach ab. Auf einer Dachteilfläche wird eine Solar-Thermie-Anlage installiert, um die Brauchwassererwärmung zu unterstützen. Im Zuge der Dachsanierung und dem Neuaufbau muss die abgehängte Decke im Innern der Halle angepasst werden. Dabei wird eine zusätzliche Deckenstrahlheizung in die ballwurfsichere Unterdecke eingebaut. Im Zuge der Dachsanierung verbessert die Stadt den Brandschutz der Sporthalle gemäß einem Brandschutzgutachten aus dem Jahr 2015. Das sieht die Installation von Brandmeldern an der Decke und im Deckenhohlraum vor. Außerdem wird die aktuelle Wendeltreppe als zweiter Fluchtweg gegen eine geradläufige Treppe ausgetauscht, und beide Fluchttüren im Erdgeschoss der Halle werden erneuert. Insgesamt investiert die Stadt 1,077 Millionen Euro in die Sicherheit und den Brandschutz der Sporthalle.